Hagia Sophia

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Hagia Sophia

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Hagia Sophia

Heute möchte ich einmal näher auf die Hagia Sophia in Istanbul eingehen. Während meines einjährigen Aufenthalts in Istanbul besuchte ich immer wieder das heutige Museum, das Dan Brown in seinen Buch „Inferno“ so passend beschrieb:
„Die Hagia Sophia- Sie war weniger ein Gebäude als vielmehr ein Berg. Die im Regen glitzernde, gewaltige Silhouette der Hagia Sophia wirkte wie die Skyline einer eigenen Stadt. Ihre Zentralkuppe – unfassbar breit und silbergrau – war von einer Ansammlung weiterer Kuppelbauten umgeben. Vier große Minarette, jedes mit einen eigenen Balkon und einer silbergrauen Spitze, ragten an den Ecken des mächtigen Bauwerks empor. Sie waren so weit von der Zentralkuppe entfernt, dass sie wie separate Türme wirkten. (…)
Fast tausend Jahre lang war sie die größte Kirche des Christentums gewesen, und auch heute noch konnte man sich kaum etwas Größeres vorstellen (..) Kaiser Justinian soll nach ihrer Vollendung ausgerufen haben: „Salomon, ich habe dich übertroffen!“ “

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Wikipedia beschreibt die Geschichte der Hagia Sophia etwas sachlicher:
„Die Hagia Sophia (aus dem griechischen Ἁγία Σοφία „heilige Weisheit“, türkisch Ayasofya) oder Sophienkirche ist eine ehemalige byzantinische Kirche, die später eine Moschee wurde und heute ein Museum (Ayasofya Camii Müzesi, „Hagia-Sophia-Moschee-Museum“) ist. Sie befindet sich in Eminönü, einem Stadtteil im europäischen Teil Istanbuls. Als Kuppelbasilika errichtet, setzte sie im 6. Jahrhundert n. Chr. neue architektonische Akzente, indem sie griechisch-römische und orientalische Elemente miteinander verband. Die Hagia Sophia, das letzte große Bauwerk der Spätantike, war die Hauptkirche des Byzantinischen Reiches und religiöser Mittelpunkt der Orthodoxie und ist heute ein Wahrzeichen Istanbuls.
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Als Krönungskirche der byzantinischen Kaiser (seit 641), als Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel und Ort wichtiger historischer Geschehnisse ist die Hagia Sophia in besonderer Weise mit der byzantinischen Geschichte verbunden. Ihr Bau und ihre Symbolkraft waren von außerordentlich hoher Bedeutung für die orthodoxe Christenheit und das Reich. Daher gilt sie den meisten orthodoxen Christen noch heute als großes Heiligtum.

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Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen im Jahr 1453 wurden christliche Insignien, Inneneinrichtung, Dekorationen und Glocken der Hagia Sophia entfernt oder durch Putz verdeckt. Nachdem die Hagia Sophia anschließend als Hauptmoschee der Osmanen adaptiert worden war, stellten sich die Sultane des 16. und 17. Jahrhunderts mit bedeutenden architektonischen Rezeptionen der Hagia Sophia in die byzantinische Tradition; die berühmteste Rezeption ist die Sultan-Ahmed- oder Blaue Moschee; in jüngster Zeit ist die neue Sabancı-Zentralmoschee von Adanazu nennen. Mithin geht die heute geläufigste Bauform der Moschee als Zentralkuppelbau letztlich auf die Hagia Sophia zurück, während in den ersten Jahrhunderten der islamischen Geschichte noch der Typus der Pfeilerhallenmoschee (wie z. B. die Umayyaden-Moschee) dominiert hatte.

Das Gebäude diente vom 29. Mai 1453 bis 1931 als Moschee, wurde dann säkularisiert und am 1. Februar 1935 als Museum eröffnet“

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Immer wieder fordern Stimmen in der Türkei die Umwandlung des Museums in eine Moschee, was ich persönlich nie hoffe, denn ebenso wie Istanbul einzigartig zwischen Orient und Okzident liegt, beschreibt die Hagia Sophia eindrucksvoll die Geschichte der Türkei und den Wechsel der Religionen und damit die sakrale Bedeutung der Hagia Sophia für beide Weltreligionen. Selbst ich als Unbedarfter, der sich nicht als sehr gläubig betrachtet, empfinde eine tiefe Demut und Ehrfurcht, wenn ich an die große Kuppelhalle der Hagia zurückdenke. Das goldene Licht im kolossalen Kirchenschiff ist einzigartig und man kann es schwer beschreiben..

Selbst auf den Fotos die ich hier aus dem Istanbul Album entnommen habe, kommt die visuelle Wucht nur andeutungsvoll rüber.

Einer der Mythen ist die Schwitzende Säule: In der nordwestlichen Ecke der Hagia Sophia in Istanbul steht die sogenannte „Schwitzende Säule“. In der Marmorsäule ist ein von einer Bronzeplatte umgebenes Loch – wer es schafft, den Daumen in das Loch zu stecken und dann die Hand einmal darum Kreisen zu lassen, darf sich etwas wünschen. Der Legende nach hat der Spalt eine heilende Wirkung auf Menschen. Es gibt aber auch die Sage, dass es sich bei der Feuchtigkeit in dem Loch um Tränen der Maria handelt.

Ich kann jeden Istanbul Reisenden nur ans Herz legen, die Hagia Sophia unbedingt ganz oben auf die Must-do Liste zu setzen! Ich war ca 6-7 mal drinnen und kam immer wie reingewaschen aus diesem Monument menschlicher Schaffenskraft. Es gibt so viele Mythen und Legenden darüber, dass das Googeln über dieses Nationalheiligtum der Türkei lohnt.

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Der große Kreuzgang mit seinen tiefliegenden Kronleuchtern (die immer noch in 3m Höhe beginnen)

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Die Details sind einfach beeindruckend

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Engeldarstellung, die unter 6 Schichten von Putz verdeckt war


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