Mein Wechsel von Vollformat zu mft

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Mein Wechsel von Vollformat zu mft

Mein Wechsel von Kleinbildformat zum micro-four-thirds Format oder besser:
mein Wechsel von Canon -megageil- Kamera zu Olympus -niedlich klein- Kamera

Hallo, ich heiße Ingo (und nein, ich werde nicht gemobbt, also halte ich auch nicht meine Fresse) und ich fotografiere seit fast 6 Jahren intensiver mit einer Systemkamera; das ist eine Kamera, wo man an ein sogenanntes Bajonett ein Objektiv ranflantscht, um richtig geile Bilder zu machen!

Ich fing 2010 in New York mit der Fotografie an; durch meine Arbeitsstelle wohnte ich für ein Jahr direkt in Manhattan und fing dort während der letzten 4 Monate intensivst mit einer Canon EOS 50D an, das Geheimnis der guten Fotos zu entlüften. Ich las, wie ein trockener Schwamm das Wasser aufsaugt, alles über Fotografie, Technik und Software, um aus meiner 50D gute Fotos zu entlocken.

Im Nachhinein war ich nicht unbedingt töricht, aber dermaßen infiziert, dass ich mich vor allem mit der Technik von Panoramen, Architektur und natürlich New York at it self beschäftigt habe. Ich lernte also erstmal das Handwerk der Fotografie von Anfang an (Wirkungsweise der Blende auf Bildgestaltung und Auslösezeiten und Grundlagen der Bildgestaltung).

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Das Rockefeller Center mitsamt Atlas Statue stand hinter/über mir und vorne die St Patricks Cathedral

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Zwei Panoramen aus dieser Zeit hängen noch als Geschenk im German House in New York, was mich immer wieder stolz macht!

New York First Avenue and Eastriver - klein

Skyline 9-11 Memorial abenddämmerung Kopie klein

New York war also mein Startpunkt in dieses faszinierende Hobby und ich fing in Deutschland an, mich mit der Portraitfotografie auseinanderzusetzen. Also mussten ein paar Systemblitze her, damit ich das Licht „führen“ kann. Zusehends kamen immer mehr Objektive und eine größere Kamera als die 50D in mein Besitz.
Mit der Canon EOS 5D Mark II bekam ich eine Kleinbildkamera für Fotostudios in die Hände, die mich wirklich überzeugte! Das Bild – WOW! Die Handhabung – HOHO! Give it to me Baby! Oho Oho!

Ja, das Leben in diesen Tagen war von Glück geprägt und es schien eine Art Ruhe in sein Herz zu kehren: so oder so ähnlich würde eine Rückblende in meiner Legende der Leidenschaft klingen, wenn ich nur noch einen Erzähler finde, der das so richtig großväterlich tief und weise sprechen kann.

Als ich 2012 für ein Jahr in Istanbul arbeitete, fokussierte ich die Fotografie mehr Richtung Street und Menschen im Allgemeinen. Ich wollte nun Aufnahmen machen, die weniger von Technik als von Menschen beseelt waren.
Insgesamt gelang mir das ganz passabel, aber ich merkte, dass ich mich freier entfalten konnte, wenn ich im Urlaub einen Ort besuchte und dort noch nicht von den Sitten und Gebräuchen vereinnahmt wurde ( je mehr ich mich in einem Ort einarbeite und mich mit der Kultur auseinandersetze, desto weniger traue ich mich, da auszubrechen, um ein gutes Foto aufzunehmen).

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Polizeibegleitung einer Demonstration auf der Istiklal Caddesi, der Hauptfussgängerzone in Nähe zum Taximplatz 2013

Istanbul Clouds dslr forum
Panorama vom Dach des deutschen Generalkonsulates in Istanbul 2012

Streetfotografie bedeutet heute für mich, immer aus meiner natürlichen heimeligen Schutzatmosphäre auszubrechen und nahe an mein Objekt ranzutreten, denn nur so wirkt ein Foto auf den Betrachter; damals nahm ich auch viele Bilder mit leichten Telebrennweiten auf und diese Bilder überzeugen mich heute nicht mehr!

Auch das fällt mir immer wieder auf: ein damals als toll gelungenes Foto entpuppt sich heute für mich als nicht mehr so toll, während mir ein lockerer Schnappschuss in einem anderen Ordner viel intensiver und emotionaler erscheint. Daher bewahre ich die Fotos mitsamt RAW (also Originaldateien) auf, um so in Zukunft durch bessere Bildbearbeitungskenntnisse oder Geschmacksempfinden noch ein schönes Foto zu entdecken.

Gute Bilder sind mir auf meine Reisen nach Ouagadougou in Burkina Faso und vor allem in New Delhi in Indien gelungen. Gut im Sinne meines Geschmacks, da ich sie als wichtige Meilensteine für das Reiseerlebnis oder auch den Look empfinde.
In Indien merkte ich allerdings 2013, dass ich doch sehr viel Ausrüstung mitschleppe, was vor allem bei über 40 Grad eine schweißtreibende Angelegenheit war.

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Rennende Frau in der Nähe von Ouagadougou in Burkina Faso 2013

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Hühnertransport in Ouagadougou (sie leben noch alle!) 2013

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Slumboy in New Delhi, Indien 2013

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Not a girl, not yet a woman ; Slum, New Delhi, Indien 2013

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So siehts aus, wenn man zuviel mit sich rumschleppt und nicht befreit dabei ausschaut..

Trotzdem wechselte ich 2014 in Tunis von meiner 5D Mark II auf die 5D Mark III, die durch mehr Fokuspunkte und zwei Kartenslots eine echte Bereicherung darstellte. Nichtsdestotrotz sah ich immer aus wie ein Fotoreporter und dementsprechend reagierten die Tunesier entweder freundlich oder wütend- ich fiel nunmal auf mit meinen Rucksack und der schweren (und teuren) Kamera. Verwunderlicherweise wurde ich nicht ausgeraubt oder verhaftet..
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Wobei dieser Schuhputzer mir noch 300m hinterhergebüllt hatte… Junge, Junge, der war not amused, Tunis 2014

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Ein herumeilender Kellner, Tunis 2014

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Ein zufriedener Gemüseverkäufer auf dem Markt in Tunis 2014 (eines meiner Lieblingsfotos mit 5DIII und Sigma 35mm 1,4)

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Hier hatte ich durchaus Angst, da Militärangehörige ein großes Problem darstellen können, Tunis 2014

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Wirklich nicht schön… Tunis 2014

Während meiner Zeit in Tunis erwarb ich (aus Deutschland) eine Canon EOS M, welche ich als schöne Ergänzung zur Streetfotografie einzusetzen gedachte… falsch gedacht! Der Autofokus war für meine Bedürfnisse einfach zu langsam! Die Verarbeitung der kleinen Kamera und der Objektive waren wirklich tadellos! Aber sie war mir zu langsam! Es heißt ja Point and Shoot, man sieht ein Motiv und BÄM, muss es im Kasten sein… Aber während man in Villabacho das Foto im Kasten hat ist in Villariva noch eifrig Fokuspumpen angesagt und damit jede Straßenszene vorbei.

EOS-M bei 26mm f4

EOS-M bei 26mm f4

Aber ich war angefixt auf diese kleinen spiegellosen Kameras; ich mochte die Idee, mit einer kleinen Kamera unentdeckter meine Lieblingsmotive aufzunehmen.
Daher kam 2014 eine Olympus m43 (43 für das Format 3 zu 4) Systemkamera ins Haus und zwar die Olympus E-M10 OM-D.
Ich bekomme bis heute nicht die richtige Bezeichnung der Kameramodelle für Olympus hin; aber das ist nicht schlimm, denn das Menu dieser Handschmeichler kann genauso verwirrend sein! Also gab es von der Bezeichnung UND vom Menü gegenüber Canon paar Rückschritte.

Aber als ich mich mit dem kleinen Satan auseinandersetzte, entdeckte ich etwas, was ich so ein bisschen bei der großen Canon vermisste… den puren Spaß am Fotografieren!

Ein elektronischer Sucher wäre vorher ein NoGo für mich, aber nun kann ich das Bild vor dem Drücken des Auslösers so einstellen und sehen, wie es aufgenommen wird! Hammer! Und ein Druck auf ein Knöpfchen öffnet eine einfache Graduationskurve, wo ich die Schwarz- und Weißwerte anheben oder absenken kann.
Diese Funktionen, gepaart mit dem Monochrom Modus, ließen mich Bilder aufnehmen, die ich sonst mit Lightroom hätte bearbeiten müssen – und ich konnte diese Bilder einfach per Direkt-WLAN auf mein Handy packen und per Whatsapp oder Whatsauchimmer verschicken!

Olympus OM-D-E-M10 mit dem Pana Leica 25mm 1,4

Olympus OM-D-E-M10 mit dem Pana Leica 25mm 1,4- was für ein Objektiv (und was für eine Frau)

Tofino Burger

Tofino Burger (Eines der besten Burgerschmieden Deutschlands); schöne unauffällligeFoodfotografien, die sich gut mit der kleinen Olympus realisieren lassen

17mm bei ISO 16000

17mm bei ISO 16000 High Iso reicht nur für Reportage, aber ein Smartphone hätte hier gar nix gebracht und eine Canon EOS 5D hätt ich nie hier mitgenommen!

Klingt nach Kinderspielereien, macht sich im Urlaub aber sehr, sehr nützlich, wenn man statt griesellangweiliger Smartphone-Bilder (welche ja meist durch den Weitwinkel von ca. 24-28mm nicht immer spannende Fotos generieren) tolle Aufnahmen mit Flair präsentieren kann und das mit einer Kamera, die auch locker in die Handtasche der Freundin passt!
Und nicht zu vergessen, dass der Autofokus wirklich sehr schnell ist! Für Sportaufnahmen wegen der nicht so überragenden Nachverfolgung eher weniger geeignet, aber für die Straßenfotografie wirklich gut!

Die große Kamera blieb immer mehr und mehr zuhause… Bis ich letztes Jahr meine lang ersehnte China Reise in Angriff nahm, und dort beide Systeme mitnahm!
Mittlerweile hatte ich für Olympus zwei Kameras und ca. 5 Objektive zuhause, ebenso wie für die Canon!
China war ein langgehegter Traum von mir, da ich schon immer mal auf der chinesischen Mauer stehen wollte- dass war ich meinen jüngeren Ego noch als Lebenswunsch übrig (quasi ein Teil meiner Bucket List gestrichen).

Ich bin unterwegs mit dem Rucksack fast gestorben vor Schmerzen- das Teil war echt schwer! Abwechselnd benutzte ich mal die Olys und mal die Canon: letztere auf meinen Aufstieg auf die Große Mauer, was mich echt herausforderte! Das Gewicht war echt einfach zuviel für eine Walk-around Kamera.

Da hatte ich die Wahnsinnsvollformatkamera und die kleinen Olympus dabei und war nach meiner Reise nicht wirklich zufrieden mit den Fotos.. Zwei Systeme auf einer Reise war irgendwie nicht sinnvoll… So wollte ich nicht noch mal eine Reise antreten; lieber auf eine Kamera konzentrieren und dann das Maximale herausholen!

17mm 1,8 und Monocrom ART Filter

17mm 1,8 und Monocrom ART Filter; hier kam das Bild direkt aus der Kamera ohne Nachbearbeitung am Rechner

In den letzten Monaten benutzte ich meine Canon nur noch für Portrait und Studioarbeiten, wobei ich dieses aus Gewohnheit tat und um die große Lady mal aus dem Schrank zu holen. Und selbstverständlich sind die Aufnahmen wirklich spitze! Die Canon 5D Mark III ist eine über 2000 Euro teure professionelle Kamera, die vor allem mit guten Objektiven (und die hat Canon definitiv) High End Bilder macht.
Nur bin ich kein Profi-Fotograf, verdiene nicht mein Geld damit und habe berufsbedingt niemals Zeit für Termine, geschweige denn Hochzeiten etc. und das ganze als Gewerbe anmelden, Lohnsteuer empfinde ich als zu kompliziert!
Also habe ich einen Ferrari in der Garage stehen, wo ich doch lieber Golf fahre.

Daher entschloß ich, mich auf ein System zu reduzieren und mit Wehmut verkaufte ich mein Vollformatgeraffel.

Daher der Wechsel, um in Zukunft auf Portabilität und Leichtigkeit zu setzen!

Natürlich ist damit nicht das letzte Wort gesprochen, da viele Hersteller wie zum Beispiel Fuji, sehr schöne und interessante Kameras mit sehr guten Sensortechnologien anbieten.. Aber ich werde mal schauen, was ich mit meinen kleinen Kameras noch so anstellen kann..

2 Aufnahmen mit Olympus 25mm 1,8 in PS verschmolzen

2 Aufnahmen mit Olympus 25mm 1,8 in PS verschmolzen; auch Studio geht zukünftig mit der Olympus!


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