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Und wieder ein Wechsel..

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Und wieder habe ich einen kompletten Systemwechsel vollzogen. Diesmal von Olympus mft zu Fujifilm. Das war diesmal kein leichter Schritt, zumal die Olympus Kameras extrem spaßig sind und unglaublich viel Technik im Gehäuse haben ( vor allem die tolle Bildstabilisierung).
Als ich im März/April ein Monat in Hong Kong gelebt und gearbeitet habe, nahm ich die Olympus Om-D-Em M5II und die im Dez gebraucht gekaufte Fujifilm X-T1 mit und verglich im praktischen Testalltag Pro und Contra beider Systeme.

Für mich mit Fokus im Bereich Streetfotografie wäre die Olympus eigentlich perfekt: drehbarer Bildschirm, lautlose Auslösung, klein und unauffällig und eine gute Bedienbarkeit.. ich war damit sehr zufrieden..
Dass ich seit Dez bis über den April hinaus bei Fujifilm hängen geblieben bin, könnte ich nicht sehr logisch erklären außer einen anscheinend gefährlichen Hang zum Geld verbrennen..

Die Fujifilm X-T1 fühlt sich Retro an, was immer das heißen mag.. man kann die Blende über das Objektiv an einen Blendenring verstellen ( der aber das Signal dann elektronisch vom Objektiv an die Kamera und zurück weitergibt) und ich mochte die Farbgebung bzw die Farbsimulationen sehr wie auch die Möglichkeit, die Bilder ohne viel Schnickschnack in der Kamera zu entwickeln und dann aufs Smartphone zu schicken und somit ins Internet.

Diese RAW Entwicklung habe ich tatsächlich intensiv in Hong Kong genutzt und kaum mehr die Fotos über Lightroom entwickelt. Es ist tatsächlich sehr intuitiv und zusammen mit den haptischen Feedback der Kamera irgendwie sehr angenehm.

Dass die Fujifilm durch den leicht größeren Sensor etwas größer ist und die Objektive durch ihren hochwertigen Bau auch schwerer sind als Die von Olympus / Panasonic kann ich gut verschmerzen.

Insgesamt sind sie immer noch leichter als meine früheren Canon Objektive und mit den Zusatzgriff fühlt sich auch die X-T1 sehr gut an.

Gibt es bessere Bilder dadurch? NEIN, wir wissen ja alle, dass nicht die Kamera, sondern der Typ, der so angestrengt durch den Sucher schaut, die Bilder macht und nicht die Kamera.

Der Grund für den Verkauf von den Olympuszeugs war aber auch, dass ich nicht zwei ähnliche Systeme finanziell vertretbar halten kann und die beiden Bedienungskonzepte sind so unterschiedlich genug, dass ich zB die Olympus nicht mehr ordentlich bedienen konnte, nachdem ich eine Zeitlang mit der Fuji geschossen habe.

Da ich seit dem Verkauf der großen Canon immer noch die Systemblitze von Canon manuell weiter benutzte, habe ich diese auch in der „Räumungsaktion“ verscherbelt und werde in Zukunft das Blitzsystem von Godox benutzen, da der Hersteller TTL und Hi-Sync Kompatibilität für Fujifilm verspricht, also automatische Anpassung der Blitze an die Belichtungsmssung und Nutzung eines Blitzes über 1/250 als Synchronzeit bis hin zu 1/4000.
Letzteres verspricht die Nutzung eines Blitzes als Fülllicht bei Sonnenschein, was ich sehr spannend finde!
Das Godox System mit den passenden Sender werde ich gezielt hier auf meiner Seite vorstellen!

Zudem werde ich einen Speed-Booster vorstellen, mit dem man alte Objektive aus den 50/60/70ern manuell an der Fuji benutzen kann und den Sensorbedingten engere Blickwinkel (von Vollformat zu ASPC) etwas besser ausgleichen kann. (aber dazu später mehr)

Wer sich hinsichtlich Kamerakäufe und Objektive nicht entscheiden kann, sollte mal einen Blick ins www.dslr-forum.de riskieren und kann dort nach Registrierung eine Anfrage in einer der größten Fotocommunities Deutschlands stellen und bekommt dort auf jeden Fall gut Ratschläge (manchmal mehr als nötig)


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42,5mm f1,2 OIS Leica Nocticron

 

Heute mal eine Lobhudelei auf ein ungewöhnliches Objektiv:

das Panasonic Leica Nocticron 42,5mm f1,2 OIS, ein an KB gerechnetes 85mm Objektiv

Testberichte gibt es dazu en masse, zum Beispiel auf Krolop-Gerst, zwei bekannte Fotografengrößen aus Köln; oder auf Traumflieger, wo Stefan Gross wie gehabt, das Objektiv professionell von der technischen Seite untersucht; ebenso Patrick „Paddy“ Rudolph auf seiner wunderbaren Seite neunzehn72 (schaut euch bitte seine tollen Fotos an!)

Daher gibt es von mir eigentlich nichts mehr dazu beizutragen… außer , dass es ein Kavenzmann ist und an einer leichten Olympus oder Panasonic mft Kamera etwas …dick aufträg ( quasi das Gegenteil von den kleinen Rucksäcken bei voluminösen Frauen)

Zu den Objektivgrößen untereinander im mft System habe ich gestern paar Beispiele gegeben.

Der Preis und das Gewicht machen diese Linse sehr speziell, denn die meisten mft Benutzer bauen ein leichtes „Urlaubssystem“ auf, da sie ihre schwere DSLR (Digital-Single-Lens-Reflex) Kamera wie eine Canon oder Nikon zuhause lassen wollen und günstige Objektive bei Diebstahl leichter zu verschmerzen sind als die weltbekannten L-Linsen von Canon ( da weiß jeder kurzbeinige Langfinger, dass er das Ding für schönes Geld verscherbeln kann).

So bleibt zu Schluß jemand wie mich übrig, der sein Canon Geraffel vor kurzem verscherbelt hat und trotzdem nicht auf schönes Spielzeug verzichten möchte! Denn bei aller Vernunft, ein Hobby braucht keine Vernunft, sondern Passion und bei mir das Kind im Manne, der sich Tim-Tyalor mäßig mit einen rauen „Hohoho!“ an die Güte und Qualität einer solchen Linse erfreut.

Was mir stark an diesen Objektiv auffällt, ist a) die überlegende Lichtstärke, die ca 2/3 Blende stärker ist als die üblichen Festbrennweiten von Panasonic oder Olympus und b) die wirklich überlegende Schärfe und Mikrokontrast, die mir vor allem in Lightroom und Photoshop bzw bei 100 Prozent Beobachtung am Monitor auffällt. Durch dieses Objektiv nimmt die Kamera wirklich mehr Details auf! Und das bereits bei der voll nutzbaren Offenblende von f1,2.

Wenn ihr die Gallery unten anschaut, seht ihr, das auch bei schummrigen Licht des letzten St Patrick Day`s im Fritzpatricks Irish Pub in Rüttenscheid noch tolle Aufnahmen möglich sind, selbst wenn das Licht schon unterirdisch schlecht ist.

 

Bei meinen Selbstportrait, wo ich etwas scruffy aussehe (ja, paar Tage den Rasierer geschont), sieht man gut diese wunderbare Schärfe und auch mein in Photoshop bearbeitetes SW Seitenprofil geht einfach gut in der Bearbeitung.

Dieses Objektiv macht Laune, auch wenn es wirklich teuer ist! Wobei ich da auch noch das Olympus 7-14mm 2,8 Pro habe, welches NOCH voluminöser und schwerer ist…

Es ist ein schönes Objektiv, welches bei Offenblende benutzt werden will

Zum Abschluß könnt ihr euch bei weiteren Interesse ein Review bei Blunty DigiDirect anschauen. Leider hat Kai Wong von DigitalRev noch keine Beiträge dazu geschrieben, aber ein Besuch auf seiner Website lohnt sich für jeden halbwegs Fotointeressierten! Seine Beiträge erreichen ca 3-4 Millionen User weltweit!

 

 


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Objektivgrößen – ein schneller Vergleich

 

Heute möchte ich paar Objektive des mft Systems vorstellen, die kameraseitig von Olympus und Panasonic betrieben werden. Die Objektive in diesen System werden gerne als sehr klein und vielseitig beschrieben. Aber wie bei ihren großen Pendants aus dem Canon/ Nikon Lager werden sie größer und schwerer, wenn es um mehr Lichtstärke geht..

Immer wird von Lichtstärke geredet, und jeder angehende, praktizierende (Hobby) Fotograf kommt ins Schwärmen, wenn er/sie von lichtstarken Objektiven redet; jene großen Glasbrocken, die fast als Nachtsichtgeräte dienen können, weil damit selbst in der Dunkelheit Fotos ohne Stativ aufgenommen werden können.

Im Zeitalter der immer empfindlicheren Kamerasensoren und der softwareseitigen Rauschunterdrückung sind die Lichtmonster eigentlich veraltete Relikte aus der Urzeit.
Damals, als ISO 1600er Filme noch im Kühlschrank gelagert werden mussten, waren lichtstarke Objektive wichtig, da es noch keine Bildstabilisatoren wie in den heutigen Sensoren/Objektiven (und iphone 6s etc).
Der Fotograf tat gut daran, eine ruhige Hand zu haben und die Maximalbelichtung an den Kehrwert der Brennweite zu handeln (zum Beispiel bei einem 85mm Objektiv max mit einer Belichtung von 1/80sec)
Heutzutage ist es ohne Weiteres möglich, die Lichtempfindlichkeit der Kamera (ISO) auf einen Wert von 3200 und sogar 6400 zusetzen und immer noch brauchbare Fotos zu erhalten.

Ein Limitierungsfaktor ist wie immer die Sensorengröße: je mehr Pixel der Kamera (zB 16MP, 24MP Kameras) sich den zur Verfügung stehenden Platz teilen, desto störanfälliger werden die Pixel, wenn die Empfindlichkeit angehoben wird; ähnlich wie bei einen kleinen Lautsprecher, welcher verzerrt klingt, wenn ihr ihn aufdreht, wogegen der große 3 Wege Lautsprecher im Wohnzimmer bei gleicher Lautstärke immer noch einen klaren satten Klang ohne Störungen hat.

Daher gilt es auch noch heute, die ISO so weit wie möglich unten zu halten und dafür brauchen wir die Lichtriesen.

Der andere Grund ist wesentlich kreativerer Natur:
wer sich einen Fotoapparat mit Wechselobjektiven kauft, also eine Systemkamera, der möchte sein Subjekt gerne vom Hintergrund loslösen und möchte die knappe Schärfentiefe der Lichtriesen dafür bei Offenblende nutzen.
Man findet im Netz daür viele schöne Beispiele, wie der Hintergrund in der Unschärfe wunderschön verschwimmt.
Diese Unschärfe wird auch gerne mit den japanischen Begriff Bokeh benannt. In den Zusammenhang geht es auch um die Schönheit des Verlaufes.
Ich könnte da jetzt tiefer in die Materie gehen und schreiben, dass dafür die verwendeten Gläser des Objektives eine Rolle spielen (zB asphärisches Glas neigt zu Zwiebelringen in den Lichtern des Bokehs) oder dass die Anzahl der Lamellen und die Art ihrer Abrundung für ein mehr und weniger gefälliges Bokeh sorgen, aber ich lasse das jetzt erstmal an dieser Stelle, zumal ich hier einen schönen Technik Blog zum Thema geschrieben habe.

Ihr seht, das Thema ist an für sich nicht sehr spannend und wer sich hier über die Seite verirrt (die ja noch nichtmal Lichtsucher, Lichtschacht, Lichtbringer, Lichtsinger, Lichtfinger etc heißt, also keinen Bezug zur Fotografie), ja wer sich hier veriiert, möchte eher ein Foto sehen und weiterklicken.
Aber dieser Theoriequatsch ist gar nicht so schlecht, wenn ihr beim nächsten Mal auf einer Fotoaustellung über das wunderschöne Bokeh einer Aufnahme redet und dann der entsetzten Zuhörerin erklärt, dass es sich hier NICHT um einen Begriff aus der Pornoindustie handelt, sondern um eine andere Form eines cremigen, virtuosen Hintergrundes..

Wer sich für Fotografie ernsthaft interessiert, wird wissen, dass alles, wo viel Glas drin ist, dass Portemonnaie weit geöffnet sein muss, denn es wird teuer!

Ich fange mal ganz banal der kleinen Galerie über ein Standartzoom für das mft Format an:

Auf den ersten linken Bildern seht ihr das elektronische Pancake Zoom 14-42mm EZ f3,5-5,6; die Brennweite bzw Blickwinkel entspricht bei Kleinbild umgerechnet 28-84mm. Als Größenvergleich habe ich das Canon 24-105mm in einer Kaffeebecherversion daneben gestellt

Wenn ihr weiterschaut, seht ihr das aufwendigere Olympus 12-40mm 2,8 pro. Es ist fast eine Blende lichtstärker im Weitwinkel und am Ende sogar zwei Blenden stärker ( f2,8 zu f4 zu f5,6 sind jeweils eine Blende unterschied)
Das Objektiv ist zudem gegen Spritzwasser geschützt ( was dann auch die Kamera haben sollte) und in der tatsächlichen Bildaufnahme auch schärfer gearbeitet.
Aber es stehen 424g gegen leichte 92g, also für das wenige Mehr an Qualität müssen 330g mehr in die Fototasche..
Auf der anderen Seite hätte man mit den Canon 24-105mm f4 IS USM ein Objektiv mit 670g Gewicht.
Wer Landschaftfotos mit Graufilter machen möchte und auch sonst hohe Ansprüche hat, sollte sich das 12-40 Pro Zoom unbedingt anschauen (zB Extremtouristen, die auf bergiger Höhe eine robuste Kamera wie die Olympus OM-D-M5 Mark II benötigen)

Für den ambitionierten Strandurlauber, der mit Frau/Mann und Kind unterwegs ist, reicht aber das 14-42mm allemal aus. (solange kein Sand reinkommt)

Extremer wird unser Vergleich in der nächsten Galerie:

Hier vergleiche ich zwei Portraitobjektive, zum Einen das tolle Olympus 45mm 1,8 (= 90mm an KB) und auf der anderen Seite das Ausnahmetalent Panasonic Leica Nocticron 42,5mm 1,2 OIS ( Beispielbilder hier)

An Verarbeitung und Gewicht könnten die beiden Objektive nicht unterschiedlicher sein, aber sie bilden beide fantastisch ab! Wobei das Pana Leica hier in den Details eine Schippe drauflegt.

Erstaunlich finde ich hier die Abbildungsleistung in den Ecken bei Offenblende grandios. Wobei dieses Objektiv sehr teuer und eher für Portraitfotografen ist, die mit der Anfangsblende von 1,2 einen schönen Unschärfeverlauf erzeugen wollen.
Gewichtstechnisch sind wir hier bei David gegen Goliath Ausmaße von 134g zu 480g!!

Wer sich in dieses mft System von Panasonic und Olympus einkauft, wird in erster Linie das Gewichts der Fotoausrüstung minimieren wollen.. Das wird bei solchen Objektiven immer noch schwer fallen, wobei vergleichbare Pendants von zB Canon mit dem 85mm f1,2 L sogar ein Gewicht von 1 KG haben!

Es kommt halt immer darauf an, was ihr mit den Kameras vorhabt!

Aber wie so oft macht natürlich der Fotograf das Bild und nicht die Kamera!


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Frühling in Burghausen

Langzeitbelichtung mittels eines ND3 und ND 1,8 Graufilters

Langzeitbelichtung mittels eines ND3 und ND 1,8 Graufilters

 

Ich habe Ende März paar Tage in Bayern verbracht und natürlich auch die Olympus Kameras mitgenommen. Diesmal habe ich paar Graufilter mit reingepackt und wollte mal so schauen, ob und wie ich fotografiere.

Vorab, Burghausen mit der längsten Burganlage Europas ist wirklich ein schönes beschauliches Städtchen in Niederbayern direkt an der deutsch-österreichischen Grenze. Der heile-Welt-Charme ist phänomenal- vor allem, wenn man direkt aus dem Ruhrgebiet dorthin fährt… Als wäre ich direkt in eine Kulisse eines 50er Jahre Heimatfilms katapultiert. Überall sind die Menschen so aufgeschlossen freundlich, das Leberkäsbrötchen gibt es an jeder Metzgerei ebenso wie frische Bretzel und auch sonst hatte das Wetter mitgemacht! Es war einfach perfekt!

Ich habe die Gunst der Stunde ausgenutzt, und habe Impressionen der Burg Burghausen geschossen (sowohl von deutscher wie auch österreischischer Seite ) und ebenso paar Impressionen drumherum aufgenommen.

Ich hoffe, sie gefallen beim Betrachten!

 

Die Aufnahmen, wo die Wolken so verwischt sind, habe ich mit einen Haida Graufilter und Stativ gemacht, so kann die Kamera 10 Sekunden und mehr belichten und man kann das schwerelose Treiben der Wolken gemütlich aufnehmen.

Ich empfehle hier die Glasfilter von Haida (ND 3.0 und 1.8); ND steht für Neutral Density und heißt nix anderes als Graufilter. Diese sollten per se möglichst ohne Farbstiche funktionieren, was bei Top Produkten wie Lee Filters gut funktioniert aber auch bei Haida in erschwinglicheren Rahmen gut funktioniert. (Lee gilt bei Fotografen als sehr gut und auch sehr teuer). Ob Du dabei ein Filtersystem mit einen Filterhalter kaufst oder direkt ein passenden Schraubfilter, ist wurscht. Das Erstere ist flexibel und das Zweitere erstmal billiger und gepäckfreundlicher. Wie so oft läßt sich überflüssiges Geraffel über das DSLR-Forum oder ebay schnell verkaufen, so dass keine Fehleinkäufe lange gehortet werden müssen..

Zum Thema Langzeitfotografie passt auch mein kleiner Blog Unterweitwinkel ganz gut dazu. Schaut doch einfach mal rein!

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Unterweitwinkel Fotografie

 

Unterweitwinkel- Gimme more, Baby!

Heute habe ich in meinen Fundus nach Unterweitwinkel gekramt. Zum Einen, weil nächste Woche ein Besuch in der Hauptstadt ansteht und ich paar Fotos aus Berlin nochmal kurz überschauen wollte und zum Anderen, weil ich von einen guten Unterweitwinkelzoom auf ein noch besseres Unterweitwinkel gewechselt bin.
Noch hadere ich mit dem „Besser“; das Panasonic 7-14mm, welches an meiner Olympus M10 diese Bilder reproduziert hat, ist wirklich gut und wunderbar scharf und einzig die Anfälligkeit von Lensflares in einen lilafarbenden Farbstich hat es mich ein bisschen vergrault.

Rückwirkend fällt mir immer wieder auf, wie kritisch ich gegenüber meinen Bildern UND meiner Ausrüstung bin.. Nach einem Shooting speichere ich meine Bilder auf die Festplatte und lasse sie dort gerne mal reifen, bis ich später denke, WOW, dass es ist doch ein gute Bild, einfach kurz durch Lightroom jagen und hossa die Waldfee!

Was ist überhaupt ein Unterweitwinkel? Dafür schaut ihr am Besten in der Herstellerbeschreibung eures Objektives und da müsste etwas stehen wie ergibt am Kleinbild 16-35mm etc. Egal, was für für ein Kameratyp oder Format benutzen, als Referenzwerte zur Beurteilung der richtigen Brennweite werden die Kleinbildwerte von „früher“ genommen! Papas wie Opas Knipse benutzten alle das 35mm Format (ja, diese Filmrollen von damals) und daher haben wir immer noch diese Brennweiten als Standart.
Je nach Kamerahersteller müsst ihr also etwas umdenken oder googeln.. Vollformatknipser mit Sony A7II, Nikon D750 oder Canon 5DII brauchen gar nicht umdenken, da ihre Kamerasensoren genauso groß sind wie ein Kleinbild… Ich als mft Fotograf muss meine Objektivbrennweite mal 2 nehmen.
Alles unter der Standartbrennweite von 50mm gilt als Weitwinkel; wenn wir fokussiert in der Stadt rumlaufen und auf die Ampel oder auch beim Autofahren auf den Verkehr schauen, entspricht das ungefähr ein Sichtfeld von ca 40-50 Grad..
Bis 24mm haben wir dann unseren Weitwinkel (ich glaube, die iPhones haben ein 28mm Brennweite, was einen gemäßigten Weitwinkel von 75 Grad entspricht). Darunter wird es im er komplexer für den Objektivhersteller, da dieser einen hohen konstruktiven Aufwand betreiben muss und wir kommen zum Unterweitwinkel oder Ultraweitwinkel.

Korrigierte Objektive gibt es da in der Regel bis 14mm Brennweite runter, was einen Bildwinkel von 114 Grad entspricht.
Extremer sind Fischaugenobjektive, welches das Bild mit gekrümmten Linien aufnehmen, so dass bei 8mm zwar 180 Grad an den Diagonalen aufgenommen werden, aber dann habt ihr einen Kreis mit viel schwarzen Rändern aufgenommen..

Wenn ihr auf der Bildergalerie schaut, erkennt ihr gut, dass ein UWW (Unterweitwinkel) so oder so eine starke Sache ist! Man bekommt unglaublich viel Motiv aufs Bild!
Kann man dann auch oft tun, macht aber nicht immer Sinn! Warum?

Der Profi würde sagen, dass durch die Betonung des Vordergrundes und Minimierung des Hintergrundes der weitwinkelige Effekt nicht immer substanziell zum Bildaufbau beiträgt, vor allem dann, wenn kein interessanter Vordergrund vorhanden ist..

Und wo kommt das Ganze dann negativ zum tragen? Landschaften! Klingt komisch, ist aber so! Man zeigt zuhause die tollen Urlaubsfotos aus Tunesien oder Borkum oder Ostsee am Strand und zeigt der entgeisterten Verwandtschaft (die doch nur Kaffee und Kuchen abstauben wollte) diesen tooollen Strand und soooviel Meer! Komisch, dass Laaaandschaft und Laaangweilig so nah beieinander liegen!
Was fehlt dann da auf den Bildern? Warum war im Moment des Fotografierens alles so toll und nun ist alles so.. bäh?
Betonung des Vordergrundes! Wo nur Strand und Geröll ist, hätte höchstens ein Geologe Interesse dran, oder die NASA, wenn das Bild vom Mars wäre..
Ihr könnt dieses laangweiligen Effekt gut am Strandbild aus den Kanaren erkennen:

Fuerteventura Strand

Fuerteventura Strand

ich wollte irgendwie eine spannende Langzeitbelichtung mit den Teide im Hintergrund machen (der Berg auf Tenerifa, ich glaube zumindestens, dass es der Teide ist). Also bin ich ewig durch den Geröllsrand dorthin gewatschelt, hab mutig mein Stativ wie ein Bergsteiger seine Fahne auf dem Gipfel in den Strand reingezimmert und fühlte mich wie ein National Geographic Fotograf kurz vor seinem Durchbruch als Starfotograf.
Ich belichtete in der Gisch der rauen See unter Einsatz meines Lebens (nur die Snow Crabs Fischer aus Deadliest Catch- die gefährlichsten Jobs der Welt kommen da geradeso ran.. oder Astronaut auf dem Mars); minutenlang harrte ich von einer Belichtung zur Nächsten, wohlwissend, dass das Meer immer näher kam und die Gezeiten ihren nassen Tribut forderten und als Meisterwerk aus dieser elementaren Begegnung zwischen Mensch und Natur kam dieses … dieses…
echt dieses?..
nur dieses…
..blöde Bild raus!

Viel Lärm um nichts! Keine Einbeziehung des Vordergrundes! Paar olle wasserumspülten Steine machen noch keinen Sommer und der Berg, der war weit hinten und schien die Komposition zu verhöhnen..

Strandaufnahmen brauchen viel Geduld und einen schönen Vordergrund oder noch besser:
lasst die Kamera weg, macht paar Selfies mit eure/n Partner/in und geniesst die untergehende Sonne mit paar netten Schirmchendrinks!
Und so war und ist Berlin zum Beispiel ein spannendes Pflaster für Unterweitwinkel, wie ihr an den Sony Center oder in den diversen Ausstellungen sehen könnt!

 

Sony Center Berlin

Sony Center Berlin

Hervorheben möchte ich da das C/O Berlin im Amerika Haus in der Hardenbergstraße 22-24 in 10623 Berlin: die wechselnden Fotoaustellungen schaue ich mir immer wieder gerne an!
Die Aufnahme hier stammt aus der Ausstellung über den Fundus der berühmten Magnum Agentur. (ich stand tatsächlich nicht mal einen zwei Meter entfernt von der Wand)

 

C/O Berlin Ausstellung Magnum Photography

C/O Berlin Ausstellung Magnum Photography 2014

In der Stadt lohnt sich ein Unterweitwinkel, um die Dramaturgie zu erhöhen und Architektur hervorzuhaben; nicht zu verwechseln mit einem Telezoom für umtriebige Arschitekturfetischisten!

Rockefeller Center New York 2010

Rockefeller Center New York 2010

 

Grand Central Station Main Hall

Grand Central Station Main Hall 2010

 

 

Hagia Sofia Istanbul

Hagia Sofia Istanbul 2013

Wer den Kauf dieser oft teueren Objektive scheut, sollte nach Vorsatzlinsen und Konverter googeln! Selbst fürs iPhone gibt es solche Linsen zum Anklippsen! Macht vor allem dann Sinn, wenn eure beste Hälfte wiedermal angenervt ist, nur weil ihr gerade das 3000ste Bild von irgendeiner langweiligen Straße macht und beim nächsten Mal die Kamera im Hotel lassen müsst..
Einfach iPhone und so ein Ding ranklipsen und so tun, als würdet ihr Selfies machen!

Ihr wisst ja: Happy wife, happy life!

 

Wer schöne Weitwinkelfotos im Einklang mit Landschaft sehen möchte, sollte hier bei Markus BUSCH FOTOGRAFIE mal reinschauen! Er arbeitet viel mit Langzeitbelichtungen und seine Bilder sind das Ergebnis von guter Beobachtung und Geduld!


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Mein Wechsel von Vollformat zu mft

Mein Wechsel von Kleinbildformat zum micro-four-thirds Format oder besser:
mein Wechsel von Canon -megageil- Kamera zu Olympus -niedlich klein- Kamera

Hallo, ich heiße Ingo (und nein, ich werde nicht gemobbt, also halte ich auch nicht meine Fresse) und ich fotografiere seit fast 6 Jahren intensiver mit einer Systemkamera; das ist eine Kamera, wo man an ein sogenanntes Bajonett ein Objektiv ranflantscht, um richtig geile Bilder zu machen!

Ich fing 2010 in New York mit der Fotografie an; durch meine Arbeitsstelle wohnte ich für ein Jahr direkt in Manhattan und fing dort während der letzten 4 Monate intensivst mit einer Canon EOS 50D an, das Geheimnis der guten Fotos zu entlüften. Ich las, wie ein trockener Schwamm das Wasser aufsaugt, alles über Fotografie, Technik und Software, um aus meiner 50D gute Fotos zu entlocken.

Im Nachhinein war ich nicht unbedingt töricht, aber dermaßen infiziert, dass ich mich vor allem mit der Technik von Panoramen, Architektur und natürlich New York at it self beschäftigt habe. Ich lernte also erstmal das Handwerk der Fotografie von Anfang an (Wirkungsweise der Blende auf Bildgestaltung und Auslösezeiten und Grundlagen der Bildgestaltung).

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Das Rockefeller Center mitsamt Atlas Statue stand hinter/über mir und vorne die St Patricks Cathedral

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Zwei Panoramen aus dieser Zeit hängen noch als Geschenk im German House in New York, was mich immer wieder stolz macht!

New York First Avenue and Eastriver - klein

Skyline 9-11 Memorial abenddämmerung Kopie klein

New York war also mein Startpunkt in dieses faszinierende Hobby und ich fing in Deutschland an, mich mit der Portraitfotografie auseinanderzusetzen. Also mussten ein paar Systemblitze her, damit ich das Licht „führen“ kann. Zusehends kamen immer mehr Objektive und eine größere Kamera als die 50D in mein Besitz.
Mit der Canon EOS 5D Mark II bekam ich eine Kleinbildkamera für Fotostudios in die Hände, die mich wirklich überzeugte! Das Bild – WOW! Die Handhabung – HOHO! Give it to me Baby! Oho Oho!

Ja, das Leben in diesen Tagen war von Glück geprägt und es schien eine Art Ruhe in sein Herz zu kehren: so oder so ähnlich würde eine Rückblende in meiner Legende der Leidenschaft klingen, wenn ich nur noch einen Erzähler finde, der das so richtig großväterlich tief und weise sprechen kann.

Als ich 2012 für ein Jahr in Istanbul arbeitete, fokussierte ich die Fotografie mehr Richtung Street und Menschen im Allgemeinen. Ich wollte nun Aufnahmen machen, die weniger von Technik als von Menschen beseelt waren.
Insgesamt gelang mir das ganz passabel, aber ich merkte, dass ich mich freier entfalten konnte, wenn ich im Urlaub einen Ort besuchte und dort noch nicht von den Sitten und Gebräuchen vereinnahmt wurde ( je mehr ich mich in einem Ort einarbeite und mich mit der Kultur auseinandersetze, desto weniger traue ich mich, da auszubrechen, um ein gutes Foto aufzunehmen).

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Polizeibegleitung einer Demonstration auf der Istiklal Caddesi, der Hauptfussgängerzone in Nähe zum Taximplatz 2013

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Panorama vom Dach des deutschen Generalkonsulates in Istanbul 2012

Streetfotografie bedeutet heute für mich, immer aus meiner natürlichen heimeligen Schutzatmosphäre auszubrechen und nahe an mein Objekt ranzutreten, denn nur so wirkt ein Foto auf den Betrachter; damals nahm ich auch viele Bilder mit leichten Telebrennweiten auf und diese Bilder überzeugen mich heute nicht mehr!

Auch das fällt mir immer wieder auf: ein damals als toll gelungenes Foto entpuppt sich heute für mich als nicht mehr so toll, während mir ein lockerer Schnappschuss in einem anderen Ordner viel intensiver und emotionaler erscheint. Daher bewahre ich die Fotos mitsamt RAW (also Originaldateien) auf, um so in Zukunft durch bessere Bildbearbeitungskenntnisse oder Geschmacksempfinden noch ein schönes Foto zu entdecken.

Gute Bilder sind mir auf meine Reisen nach Ouagadougou in Burkina Faso und vor allem in New Delhi in Indien gelungen. Gut im Sinne meines Geschmacks, da ich sie als wichtige Meilensteine für das Reiseerlebnis oder auch den Look empfinde.
In Indien merkte ich allerdings 2013, dass ich doch sehr viel Ausrüstung mitschleppe, was vor allem bei über 40 Grad eine schweißtreibende Angelegenheit war.

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Rennende Frau in der Nähe von Ouagadougou in Burkina Faso 2013

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Hühnertransport in Ouagadougou (sie leben noch alle!) 2013

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Slumboy in New Delhi, Indien 2013

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Not a girl, not yet a woman ; Slum, New Delhi, Indien 2013

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So siehts aus, wenn man zuviel mit sich rumschleppt und nicht befreit dabei ausschaut..

Trotzdem wechselte ich 2014 in Tunis von meiner 5D Mark II auf die 5D Mark III, die durch mehr Fokuspunkte und zwei Kartenslots eine echte Bereicherung darstellte. Nichtsdestotrotz sah ich immer aus wie ein Fotoreporter und dementsprechend reagierten die Tunesier entweder freundlich oder wütend- ich fiel nunmal auf mit meinen Rucksack und der schweren (und teuren) Kamera. Verwunderlicherweise wurde ich nicht ausgeraubt oder verhaftet..
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Wobei dieser Schuhputzer mir noch 300m hinterhergebüllt hatte… Junge, Junge, der war not amused, Tunis 2014

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Ein herumeilender Kellner, Tunis 2014

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Ein zufriedener Gemüseverkäufer auf dem Markt in Tunis 2014 (eines meiner Lieblingsfotos mit 5DIII und Sigma 35mm 1,4)

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Hier hatte ich durchaus Angst, da Militärangehörige ein großes Problem darstellen können, Tunis 2014

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Wirklich nicht schön… Tunis 2014

Während meiner Zeit in Tunis erwarb ich (aus Deutschland) eine Canon EOS M, welche ich als schöne Ergänzung zur Streetfotografie einzusetzen gedachte… falsch gedacht! Der Autofokus war für meine Bedürfnisse einfach zu langsam! Die Verarbeitung der kleinen Kamera und der Objektive waren wirklich tadellos! Aber sie war mir zu langsam! Es heißt ja Point and Shoot, man sieht ein Motiv und BÄM, muss es im Kasten sein… Aber während man in Villabacho das Foto im Kasten hat ist in Villariva noch eifrig Fokuspumpen angesagt und damit jede Straßenszene vorbei.

EOS-M bei 26mm f4

EOS-M bei 26mm f4

Aber ich war angefixt auf diese kleinen spiegellosen Kameras; ich mochte die Idee, mit einer kleinen Kamera unentdeckter meine Lieblingsmotive aufzunehmen.
Daher kam 2014 eine Olympus m43 (43 für das Format 3 zu 4) Systemkamera ins Haus und zwar die Olympus E-M10 OM-D.
Ich bekomme bis heute nicht die richtige Bezeichnung der Kameramodelle für Olympus hin; aber das ist nicht schlimm, denn das Menu dieser Handschmeichler kann genauso verwirrend sein! Also gab es von der Bezeichnung UND vom Menü gegenüber Canon paar Rückschritte.

Aber als ich mich mit dem kleinen Satan auseinandersetzte, entdeckte ich etwas, was ich so ein bisschen bei der großen Canon vermisste… den puren Spaß am Fotografieren!

Ein elektronischer Sucher wäre vorher ein NoGo für mich, aber nun kann ich das Bild vor dem Drücken des Auslösers so einstellen und sehen, wie es aufgenommen wird! Hammer! Und ein Druck auf ein Knöpfchen öffnet eine einfache Graduationskurve, wo ich die Schwarz- und Weißwerte anheben oder absenken kann.
Diese Funktionen, gepaart mit dem Monochrom Modus, ließen mich Bilder aufnehmen, die ich sonst mit Lightroom hätte bearbeiten müssen – und ich konnte diese Bilder einfach per Direkt-WLAN auf mein Handy packen und per Whatsapp oder Whatsauchimmer verschicken!

Olympus OM-D-E-M10 mit dem Pana Leica 25mm 1,4

Olympus OM-D-E-M10 mit dem Pana Leica 25mm 1,4- was für ein Objektiv (und was für eine Frau)

Tofino Burger

Tofino Burger (Eines der besten Burgerschmieden Deutschlands); schöne unauffällligeFoodfotografien, die sich gut mit der kleinen Olympus realisieren lassen

17mm bei ISO 16000

17mm bei ISO 16000 High Iso reicht nur für Reportage, aber ein Smartphone hätte hier gar nix gebracht und eine Canon EOS 5D hätt ich nie hier mitgenommen!

Klingt nach Kinderspielereien, macht sich im Urlaub aber sehr, sehr nützlich, wenn man statt griesellangweiliger Smartphone-Bilder (welche ja meist durch den Weitwinkel von ca. 24-28mm nicht immer spannende Fotos generieren) tolle Aufnahmen mit Flair präsentieren kann und das mit einer Kamera, die auch locker in die Handtasche der Freundin passt!
Und nicht zu vergessen, dass der Autofokus wirklich sehr schnell ist! Für Sportaufnahmen wegen der nicht so überragenden Nachverfolgung eher weniger geeignet, aber für die Straßenfotografie wirklich gut!

Die große Kamera blieb immer mehr und mehr zuhause… Bis ich letztes Jahr meine lang ersehnte China Reise in Angriff nahm, und dort beide Systeme mitnahm!
Mittlerweile hatte ich für Olympus zwei Kameras und ca. 5 Objektive zuhause, ebenso wie für die Canon!
China war ein langgehegter Traum von mir, da ich schon immer mal auf der chinesischen Mauer stehen wollte- dass war ich meinen jüngeren Ego noch als Lebenswunsch übrig (quasi ein Teil meiner Bucket List gestrichen).

Ich bin unterwegs mit dem Rucksack fast gestorben vor Schmerzen- das Teil war echt schwer! Abwechselnd benutzte ich mal die Olys und mal die Canon: letztere auf meinen Aufstieg auf die Große Mauer, was mich echt herausforderte! Das Gewicht war echt einfach zuviel für eine Walk-around Kamera.

Da hatte ich die Wahnsinnsvollformatkamera und die kleinen Olympus dabei und war nach meiner Reise nicht wirklich zufrieden mit den Fotos.. Zwei Systeme auf einer Reise war irgendwie nicht sinnvoll… So wollte ich nicht noch mal eine Reise antreten; lieber auf eine Kamera konzentrieren und dann das Maximale herausholen!

17mm 1,8 und Monocrom ART Filter

17mm 1,8 und Monocrom ART Filter; hier kam das Bild direkt aus der Kamera ohne Nachbearbeitung am Rechner

In den letzten Monaten benutzte ich meine Canon nur noch für Portrait und Studioarbeiten, wobei ich dieses aus Gewohnheit tat und um die große Lady mal aus dem Schrank zu holen. Und selbstverständlich sind die Aufnahmen wirklich spitze! Die Canon 5D Mark III ist eine über 2000 Euro teure professionelle Kamera, die vor allem mit guten Objektiven (und die hat Canon definitiv) High End Bilder macht.
Nur bin ich kein Profi-Fotograf, verdiene nicht mein Geld damit und habe berufsbedingt niemals Zeit für Termine, geschweige denn Hochzeiten etc. und das ganze als Gewerbe anmelden, Lohnsteuer empfinde ich als zu kompliziert!
Also habe ich einen Ferrari in der Garage stehen, wo ich doch lieber Golf fahre.

Daher entschloß ich, mich auf ein System zu reduzieren und mit Wehmut verkaufte ich mein Vollformatgeraffel.

Daher der Wechsel, um in Zukunft auf Portabilität und Leichtigkeit zu setzen!

Natürlich ist damit nicht das letzte Wort gesprochen, da viele Hersteller wie zum Beispiel Fuji, sehr schöne und interessante Kameras mit sehr guten Sensortechnologien anbieten.. Aber ich werde mal schauen, was ich mit meinen kleinen Kameras noch so anstellen kann..

2 Aufnahmen mit Olympus 25mm 1,8 in PS verschmolzen

2 Aufnahmen mit Olympus 25mm 1,8 in PS verschmolzen; auch Studio geht zukünftig mit der Olympus!


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Mehrfachfotografie

Category : Technik

Kennt ihr diese tollen Fotos, wo jemand doppelt oder sogar dreifach zu sehen ist? Ich habe immer solche Fotos im Internet bewundert, weil diese Art der digitalen Komposition für Witz und Einfallsreichtum steht. Wie so oft im Leben gibt es sicher auch eine App dafür (die ich nur noch nicht kenn), aber es geht auch klassich mit den Bordmitteln jedes fotoambitionierten „Nerds“:
– Kamera, Stativ und Bildbearbeitungsprogramm (also doch eine App, nur für den PC)

Wer kein Photoshop sein eigen nennt (das früher sehr teuer war und nun relativ günstig im Abo ausgeliehen werden kann), kann auch auf Gimp zurückgreifen, denn ihr braucht ein Programm, wo ihr eure Aufnahmen übereinanderlegen könnt.

Das müsst ihr euch wie bei einen Tageslichtprojektor aus der Schulzeit vorstellen: ihr legt die Aufnahmen übereinander und ihr radiert alles aus, was da nicht hingehört, so dass nur noch euer fertig komponiertes Bild übrig bleibt.

Viel besser erklären kann das der Benjamin Jaworskyj in seinen Youtube Kanal, den ich jedem Fotointeressierten ans Herz legen kann, denn der Benjamin kann auf eine so unterhaltsame Art über die Facetten der Fotografie plaudern, dass sein Kanal der erfolgreichste Fotokanal Deutschlands ist!

Unter diesem Link seht ihr ein schönes Making-of über Mehrfachbelichtungen:

Wichtig bei der Gestaltung ist: das Stativ muss auf der Stelle bleiben und die Belichtung sollte wie auch die Blende und der Autofokus manuell fest eingestellt sein. Wenn ihr mit einen Blitz arbeitet, achtet darauf, dass dieser ebenfalls fest eingestellt ist und das Licht nicht zu hart auf den Hintergrund fällt. Durch verschiedene Positionen müsst ihr sonst den Hintergrund in seiner Helligkeit anpassen oder sauberer die einzelnen Aufnahmen aus“radieren“, bzw ausmaskieren, denn jede Ebene wird mit einer Maske belegt, die entscheidet, was durch“scheint“ und was nicht.

IMG_0054Nahmen wir das Titelbild: ich hatte die Idee, mal auf einen fliegenden Teppich zu fliegen. Da ich auch nicht mehr der Jüngste bin, empfand ich ein Kissen als gemütlicher. Also fing ich an, die Kamera zu positionieren und ebenfalls die Stühle für mich als Zuschauer; Tisch, Stühle und Stativ durfte ich NICHT bewegen. Also rauf auf die wackelige Konstruktion und los ging die Reise (dagegen war Atrejus Flug auf dem Glücksdrachen Fuchur ein Witz). Ich habe ca. 10 Aufnahmen mit mir auf dem Kissen gemacht und das Bild rausgesucht, was nachher zur Gestaltung passte.

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Danach kam das Teeservice, den Besucher ohne Tee geht ja nun gar nicht und um das Ganze auch im Detail stimmig zu halten, brauchte ich ja eine Spiegelung des „fliegenden Kissens“ auf der Teekanne, bevor ich zu den Gästen kam..

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Diese sind nicht sehr vielfältig gekleidet, dafür hatte ich dann wohl mal wieder keine Zeit. Aber es geht ja auch um die Technik. Und wenn ihr das Ganze selbst am PC ausprobiert, ist es gar nicht so schlimm! Das Hauptmotiv packt ihr z.B. hier ganz nach oben im Ebenenstapel und die verwunderten Besucher hinten einfach weiter unten, so überlagert sich die einzelnen Bilder vom Inhalt und alles andere ist nur eine feine Pinselführung beim ausmaskieren..

Die Ideen sind unbegrenzt und es macht einfach Spaß, sich darin auszutoben: weitere Bilder habe ich im Ordner „Mehrfachbelichtungen“ im Portfolio. Schaut doch mal rein!

Assi und Reich 3

2 Aufnahmen mit Olympus 25mm 1,8 in PS verschmolzen

2 Aufnahmen mit Olympus 25mm 1,8 in PS verschmolzen


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Bokeh

Bokeh
Wenn man sich näher mit dem Thema Fotografie beschäftigt, dann stolpert man immer mehr über fremdartige Begriffen. Es fängt bei Blende, Tiefenschärfe, Schärfentiefe oder Verschlußzeit an und irgendwann wird es pervers: denn alle reden über Bokeh. Was sich erstmal wie der Mittelpunkt eines Erwachsenenfilms anhört ist tatsächlich japanisch und das absolute Gegenteil von allem, was man unter Scharf versteht.
Dazu schreibt Wikipedia.de:
„Bokeh (von jap. 暈け, auch ぼけ oder ボケ geschrieben, boke „unscharf, verschwommen“)[1] ist ein in der Fotografie verwendeter Begriff für die Qualität eines Unschärfebereichs. Unscharfe Gebiete eines Fotos (oder Films) werden von einem Objektiv durch Projektion auf eine Abbildungsebene (heute typischerweise einen Lichtsensor) erzeugt. Sie sind sozusagen „Erfindungen“ des Objektivs; das Auge sieht die Unschärfen nicht oder anders. Bokeh versucht, die meist subjektive, ästhetische Qualität dieser objektivabhängigen Unschärfen zu kennzeichnen; dabei geht es nicht um die Stärke der Unschärfe, sondern darum, wie die Unschärfebereiche aussehen, etwa wie Ringe oder Kreise. (…)“
Hört sich alles erstmal komisch an, dabei ist es tres simple: nehmt ihr ein Foto mit eurem iphone auf und habt alles scharf, so dass man hinten auf der Geburtstagsfeier noch Tante Erna winken sieht, ist das kein Bokeh, denn auch wenn Tante Erna vielleicht verschwommen sieht, so seht ihr eure Lieblingstante noch schärfer als euch jemals lieb war.
Fokussiert ihr dagegen auf ein Motiv ganz nah an eurer Kamera und hinten sieht man nur noch eine Ahnung dessen, was da mal vorher war, dann kommen wir in das beliebte Theorem des Bokehs; hier entscheidet sich nicht alleine nur Unscharf, sondern auch, wie schön sich die Details im Hintergrund verlieren, also wie cremig das Ganze ausschaut und wie z.B. Lichter abgebildet werden.
Hilfreich dazu ist eine Kamera, bei der ihr die Objektive wechseln könnt, also eine Systemkamera; dazu ein möglichst großer Sensor und ein Objektiv mit einer Blende zwischen f1,2 bis f5,6; wobei eine Blendenöffnung von 5,6 nur bei einen Objektiv mit langer Brennweite gut funktioniert.
Kurzum, um das Subjekt schön vor einen verschwommenen Hintergrund zu separieren, braucht es viel Glas im Objektiv oder ihr setzt so ein Teleobjektiv dran..
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Im Foto links seht ihr ein schönes Beispiel für einen schönes Verlauf des Hintergrundes; die anderen Mohnpflanzen im Hintergrund ergeben ein stimmigen Verlauf und stören nicht das Hauptmotiv. Eine schöne Komposition, welches mittels eines Teleobjektiv mit hoher Blendenöffnung erreicht wird. Hier waren es 200mm bei Blende 2,8.
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Auf dem Foto rechts handelt es sich um einen Bildauschnitt: die Biene fliegt auf die Lavendelblüte zu und durch den Winkel hatte ich im Hintergrund abstand zu den nächsten Pflanzen, so dass hier der Hintergrund nur noch ein Mischmasch aus Grüntönen ist. Hier würde ich von einen besonders schönen Bokeh sprechen, wie sie typisch für ein Teleobjektiv der Luxusklasse bei Canon sind (es war das 70-200 2,8 IS USM L II,welches ich aber nicht mehr habe).

Das Bild unterhalb habe ich deshalb so groß gewählt, um den Eindruck zu verstärken, den es beim Betrachter auslöst: der Verlauf wirkt absolut unruhig. Ich hatte hier das Canon 35mm 1,4 USM benutzt (aktuell durch ein Sigma 35mm 1,4 ART ersetzt) und bedingt durch die kurze Brennweite von 35mm und trotz einer guten Blendenöffnung von f1,4 konnte ich es hier nicht schaffen, dass der Hintergrund ruhig verschwimmt.
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Ähnliches passiert auch, wenn ihr versucht vor Bäumen oder Büschen euer Motiv freizustellen, auch hier sieht es sehr schnell „unruhig“ aus und euer Objektiv muss schon verdammt gut und teuer sein, um den Nachteil des schlechten Hintergrundes wettzumachen..

Wie so oft in der Fotografie ist es eine Standortfrage, wie das Bild zur Geltung kommt. Mit einer günstigen Tele(zoom) Linse ist es auch möglich, schöne Bilder mit cremigem Hintergrund zu erzeugen- da muss es nicht teuer sein.. Aber moderne Objektive wie z.B. die Sigma ART Reihe helfen ungemein, schöne Bilder zu erzeugen, die sich in ihrer Bildsprache vom Einerlei abheben und dazu ein schönes „Bokeh“ liefern..movie Fifty Shades Darker 2017

Probiert und experimentiert, es lohnt sich!