42,5mm f1,2 OIS Leica Nocticron

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42,5mm f1,2 OIS Leica Nocticron

 

Heute mal eine Lobhudelei auf ein ungewöhnliches Objektiv:

das Panasonic Leica Nocticron 42,5mm f1,2 OIS, ein an KB gerechnetes 85mm Objektiv

Testberichte gibt es dazu en masse, zum Beispiel auf Krolop-Gerst, zwei bekannte Fotografengrößen aus Köln; oder auf Traumflieger, wo Stefan Gross wie gehabt, das Objektiv professionell von der technischen Seite untersucht; ebenso Patrick „Paddy“ Rudolph auf seiner wunderbaren Seite neunzehn72 (schaut euch bitte seine tollen Fotos an!)

Daher gibt es von mir eigentlich nichts mehr dazu beizutragen… außer , dass es ein Kavenzmann ist und an einer leichten Olympus oder Panasonic mft Kamera etwas …dick aufträg ( quasi das Gegenteil von den kleinen Rucksäcken bei voluminösen Frauen)

Zu den Objektivgrößen untereinander im mft System habe ich gestern paar Beispiele gegeben.

Der Preis und das Gewicht machen diese Linse sehr speziell, denn die meisten mft Benutzer bauen ein leichtes „Urlaubssystem“ auf, da sie ihre schwere DSLR (Digital-Single-Lens-Reflex) Kamera wie eine Canon oder Nikon zuhause lassen wollen und günstige Objektive bei Diebstahl leichter zu verschmerzen sind als die weltbekannten L-Linsen von Canon ( da weiß jeder kurzbeinige Langfinger, dass er das Ding für schönes Geld verscherbeln kann).

So bleibt zu Schluß jemand wie mich übrig, der sein Canon Geraffel vor kurzem verscherbelt hat und trotzdem nicht auf schönes Spielzeug verzichten möchte! Denn bei aller Vernunft, ein Hobby braucht keine Vernunft, sondern Passion und bei mir das Kind im Manne, der sich Tim-Tyalor mäßig mit einen rauen „Hohoho!“ an die Güte und Qualität einer solchen Linse erfreut.

Was mir stark an diesen Objektiv auffällt, ist a) die überlegende Lichtstärke, die ca 2/3 Blende stärker ist als die üblichen Festbrennweiten von Panasonic oder Olympus und b) die wirklich überlegende Schärfe und Mikrokontrast, die mir vor allem in Lightroom und Photoshop bzw bei 100 Prozent Beobachtung am Monitor auffällt. Durch dieses Objektiv nimmt die Kamera wirklich mehr Details auf! Und das bereits bei der voll nutzbaren Offenblende von f1,2.

Wenn ihr die Gallery unten anschaut, seht ihr, das auch bei schummrigen Licht des letzten St Patrick Day`s im Fritzpatricks Irish Pub in Rüttenscheid noch tolle Aufnahmen möglich sind, selbst wenn das Licht schon unterirdisch schlecht ist.

 

Bei meinen Selbstportrait, wo ich etwas scruffy aussehe (ja, paar Tage den Rasierer geschont), sieht man gut diese wunderbare Schärfe und auch mein in Photoshop bearbeitetes SW Seitenprofil geht einfach gut in der Bearbeitung.

Dieses Objektiv macht Laune, auch wenn es wirklich teuer ist! Wobei ich da auch noch das Olympus 7-14mm 2,8 Pro habe, welches NOCH voluminöser und schwerer ist…

Es ist ein schönes Objektiv, welches bei Offenblende benutzt werden will

Zum Abschluß könnt ihr euch bei weiteren Interesse ein Review bei Blunty DigiDirect anschauen. Leider hat Kai Wong von DigitalRev noch keine Beiträge dazu geschrieben, aber ein Besuch auf seiner Website lohnt sich für jeden halbwegs Fotointeressierten! Seine Beiträge erreichen ca 3-4 Millionen User weltweit!

 

 


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Objektivgrößen – ein schneller Vergleich

 

Heute möchte ich paar Objektive des mft Systems vorstellen, die kameraseitig von Olympus und Panasonic betrieben werden. Die Objektive in diesen System werden gerne als sehr klein und vielseitig beschrieben. Aber wie bei ihren großen Pendants aus dem Canon/ Nikon Lager werden sie größer und schwerer, wenn es um mehr Lichtstärke geht..

Immer wird von Lichtstärke geredet, und jeder angehende, praktizierende (Hobby) Fotograf kommt ins Schwärmen, wenn er/sie von lichtstarken Objektiven redet; jene großen Glasbrocken, die fast als Nachtsichtgeräte dienen können, weil damit selbst in der Dunkelheit Fotos ohne Stativ aufgenommen werden können.

Im Zeitalter der immer empfindlicheren Kamerasensoren und der softwareseitigen Rauschunterdrückung sind die Lichtmonster eigentlich veraltete Relikte aus der Urzeit.
Damals, als ISO 1600er Filme noch im Kühlschrank gelagert werden mussten, waren lichtstarke Objektive wichtig, da es noch keine Bildstabilisatoren wie in den heutigen Sensoren/Objektiven (und iphone 6s etc).
Der Fotograf tat gut daran, eine ruhige Hand zu haben und die Maximalbelichtung an den Kehrwert der Brennweite zu handeln (zum Beispiel bei einem 85mm Objektiv max mit einer Belichtung von 1/80sec)
Heutzutage ist es ohne Weiteres möglich, die Lichtempfindlichkeit der Kamera (ISO) auf einen Wert von 3200 und sogar 6400 zusetzen und immer noch brauchbare Fotos zu erhalten.

Ein Limitierungsfaktor ist wie immer die Sensorengröße: je mehr Pixel der Kamera (zB 16MP, 24MP Kameras) sich den zur Verfügung stehenden Platz teilen, desto störanfälliger werden die Pixel, wenn die Empfindlichkeit angehoben wird; ähnlich wie bei einen kleinen Lautsprecher, welcher verzerrt klingt, wenn ihr ihn aufdreht, wogegen der große 3 Wege Lautsprecher im Wohnzimmer bei gleicher Lautstärke immer noch einen klaren satten Klang ohne Störungen hat.

Daher gilt es auch noch heute, die ISO so weit wie möglich unten zu halten und dafür brauchen wir die Lichtriesen.

Der andere Grund ist wesentlich kreativerer Natur:
wer sich einen Fotoapparat mit Wechselobjektiven kauft, also eine Systemkamera, der möchte sein Subjekt gerne vom Hintergrund loslösen und möchte die knappe Schärfentiefe der Lichtriesen dafür bei Offenblende nutzen.
Man findet im Netz daür viele schöne Beispiele, wie der Hintergrund in der Unschärfe wunderschön verschwimmt.
Diese Unschärfe wird auch gerne mit den japanischen Begriff Bokeh benannt. In den Zusammenhang geht es auch um die Schönheit des Verlaufes.
Ich könnte da jetzt tiefer in die Materie gehen und schreiben, dass dafür die verwendeten Gläser des Objektives eine Rolle spielen (zB asphärisches Glas neigt zu Zwiebelringen in den Lichtern des Bokehs) oder dass die Anzahl der Lamellen und die Art ihrer Abrundung für ein mehr und weniger gefälliges Bokeh sorgen, aber ich lasse das jetzt erstmal an dieser Stelle, zumal ich hier einen schönen Technik Blog zum Thema geschrieben habe.

Ihr seht, das Thema ist an für sich nicht sehr spannend und wer sich hier über die Seite verirrt (die ja noch nichtmal Lichtsucher, Lichtschacht, Lichtbringer, Lichtsinger, Lichtfinger etc heißt, also keinen Bezug zur Fotografie), ja wer sich hier veriiert, möchte eher ein Foto sehen und weiterklicken.
Aber dieser Theoriequatsch ist gar nicht so schlecht, wenn ihr beim nächsten Mal auf einer Fotoaustellung über das wunderschöne Bokeh einer Aufnahme redet und dann der entsetzten Zuhörerin erklärt, dass es sich hier NICHT um einen Begriff aus der Pornoindustie handelt, sondern um eine andere Form eines cremigen, virtuosen Hintergrundes..

Wer sich für Fotografie ernsthaft interessiert, wird wissen, dass alles, wo viel Glas drin ist, dass Portemonnaie weit geöffnet sein muss, denn es wird teuer!

Ich fange mal ganz banal der kleinen Galerie über ein Standartzoom für das mft Format an:

Auf den ersten linken Bildern seht ihr das elektronische Pancake Zoom 14-42mm EZ f3,5-5,6; die Brennweite bzw Blickwinkel entspricht bei Kleinbild umgerechnet 28-84mm. Als Größenvergleich habe ich das Canon 24-105mm in einer Kaffeebecherversion daneben gestellt

Wenn ihr weiterschaut, seht ihr das aufwendigere Olympus 12-40mm 2,8 pro. Es ist fast eine Blende lichtstärker im Weitwinkel und am Ende sogar zwei Blenden stärker ( f2,8 zu f4 zu f5,6 sind jeweils eine Blende unterschied)
Das Objektiv ist zudem gegen Spritzwasser geschützt ( was dann auch die Kamera haben sollte) und in der tatsächlichen Bildaufnahme auch schärfer gearbeitet.
Aber es stehen 424g gegen leichte 92g, also für das wenige Mehr an Qualität müssen 330g mehr in die Fototasche..
Auf der anderen Seite hätte man mit den Canon 24-105mm f4 IS USM ein Objektiv mit 670g Gewicht.
Wer Landschaftfotos mit Graufilter machen möchte und auch sonst hohe Ansprüche hat, sollte sich das 12-40 Pro Zoom unbedingt anschauen (zB Extremtouristen, die auf bergiger Höhe eine robuste Kamera wie die Olympus OM-D-M5 Mark II benötigen)

Für den ambitionierten Strandurlauber, der mit Frau/Mann und Kind unterwegs ist, reicht aber das 14-42mm allemal aus. (solange kein Sand reinkommt)

Extremer wird unser Vergleich in der nächsten Galerie:

Hier vergleiche ich zwei Portraitobjektive, zum Einen das tolle Olympus 45mm 1,8 (= 90mm an KB) und auf der anderen Seite das Ausnahmetalent Panasonic Leica Nocticron 42,5mm 1,2 OIS ( Beispielbilder hier)

An Verarbeitung und Gewicht könnten die beiden Objektive nicht unterschiedlicher sein, aber sie bilden beide fantastisch ab! Wobei das Pana Leica hier in den Details eine Schippe drauflegt.

Erstaunlich finde ich hier die Abbildungsleistung in den Ecken bei Offenblende grandios. Wobei dieses Objektiv sehr teuer und eher für Portraitfotografen ist, die mit der Anfangsblende von 1,2 einen schönen Unschärfeverlauf erzeugen wollen.
Gewichtstechnisch sind wir hier bei David gegen Goliath Ausmaße von 134g zu 480g!!

Wer sich in dieses mft System von Panasonic und Olympus einkauft, wird in erster Linie das Gewichts der Fotoausrüstung minimieren wollen.. Das wird bei solchen Objektiven immer noch schwer fallen, wobei vergleichbare Pendants von zB Canon mit dem 85mm f1,2 L sogar ein Gewicht von 1 KG haben!

Es kommt halt immer darauf an, was ihr mit den Kameras vorhabt!

Aber wie so oft macht natürlich der Fotograf das Bild und nicht die Kamera!